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Die Seite Mondvogel.eu ist das Citizen Science Projekt von Viktor Schley, Held des Romanprojekts "Das Gehirn des Viktor Schley" von Anja Haselböck. Die Seite ist technisch, strukturell und inhaltlich im Aufbau. Weitere Artenportraits von Nachtfaltern folgen. 2016 Lesung aus dem Manuskript auf dem Literarischen Forum Oberschwaben.
"Das Gehirn des
Viktor Schley" wurde 2015 und 2020 gefördert durch
Arbeitsstipendien
"Das Gehirn des Viktor Schley" Der begabte Viktor ist fasziniert von der Metamorphose der Nachtfalter. Durch einen Unfall erkrankt er an einer seltenen Form von Epilepsie, bei der negative Emotionen bedrohliche Anfälle auslösen können. Mithilfe der Droge Speed, die Gefühle unterdrückt, versucht er, ein anderer zu werden.
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Phalera bucephala, Mondvogel Linnaeus, 1758
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Familie: Nachtfalter - Zahnspinner - Notodontidae - Phalerinae Spannweite: ♂ etwa 55-67 mm / ♀ etwa 55-67 mm Besondere Merkmale: Unverwechselbar; Vorderflügel silbrig grau mit hellem "Mondfleck" im Apex. Der Kopf endet über den Augen mit holzfarbigem Pelz, wodurch der Eindruck eines abgebrochenen Hölzchens entsteht. Wo und wann zu finden: Waldränder, Fluss- und Bachauen, teils auch im Siedlungsbereich. Flugzeit etwa von Mai bis August. Lebensweise: Der Mondvogel, auch Mondfleck genannt, ist in Deutschland weit verbreitet und regional noch vergleichsweise häufig. In abnehmender Häufigkeit kommt dieser Zahnspinner bis in Höhenlagen bis etwa 1000m vor. Die Raupen von Phalera bucephala fressen an den Blättern verschiedener Laubgehölze. Meist sieht man sie in größerer Anzahl dicht zusammen an Blättern fressen, erst im letzten Larvenstadium zerstreuen sie sich. Der Mondvogel schützt sich durch Holzmimese vor Fressfeinden, wenn er tagsüber an Birken und anderen Laubgehölzen sitzt und auf die Nacht wartet. Er rollt seine Vorderflügel um den Körper und ist von einem Birkenhölzchen kaum zu unterscheiden. Nahrungspflanzen der Raupe: Eiche, Birke, Weide, Pappel, Linde, Hasel und andere Laubgehölze Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt
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Sphinx ligustri, Ligusterschwärmer
Linnaeus, 1758
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Familie: Nachtfalter - Schwärmer - Sphingidae - Sphinginae Flügelspannweite: ♂ etwa 85-120 mm / ♀ etwa 85-120 mm Besondere Merkmale: Mesonotum schwarz; Flügel pfeilförmig, Vorderrand graubraun, hintere Hälfte schwarzbraun; Hinterflügel mit schwarzen und rosafarbenen Querbinden; Hinterleib mit pinkfarbenen Seitenflecken. Die Raupen des Ligusterschwärmers sind leuchtend hellgrün mit schrägen zweifarbigen Streifen, weiß/rosa bis weiß/lila. Wo und wann zu finden: Im Siedlungsbereich mittlerweile fast häufiger als in der freien Natur. Flugzeit: Etwa von April bis August. Lebensweise: Der Ligusterschwärmer ist in Deutschland weit verbreitet, aber nirgends häufig. Aufgrund seiner Flügelspannweite von bis zu 12 cm recht beeindruckend. In Größe und Aussehen ähnlich ist ihm der Windenschwärmer (Agrius convolvuli). Nahrungspflanzen der Raupe: Liguster, Flieder, Heckenkirsche, Spierstrauch, Esche Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt
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Saturnia pavonia, Kleines Nachtpfauenauge Linnaeus, 1758
Familie: Nachtfalter - Pfauenspinner - Saturniidae – Saturniinae Flügelspannweite: ♂ etwa 60-70 mm / ♀ etwa 70-90 mm Besondere Merkmale: In Deutschland unverwechselbar; Männchen und Weibchen haben das gleiche Muster, allerdings mit abweichenden Grundfärbungen. Während die deutlich größeren Weibchen cremeweiß und grau grundiert sind, ist die Grundfarbe bei den Männchen gelbbraun und grau. Auf allen vier Flügeln befindet sich in der Diskalregion (Flügelmitte) ein schwarzer, gelb und weiß gerandeter Augenfleck. Bei ausgebreiteten Flügeln setzen sich die Bänder und Farben über alle vier Partien hinweg fort, so dass ein durchgehendes Muster mit vier Augen entsteht. Die Vorderflügel beider Geschlechter weisen in der Apikalregion (Nähe der Flügelspitze) einen weinroten Fleck auf. Wo und wann zu finden: Magerrasen, Streuobstwiesen, alte Weinberge, sonnig warme Waldränder, Heiden, Moore, Feuchtwiesen. Flugzeit: März bis Ende Mai (Mitte Juni). Lebensweise: Saturnia pavonia ist einer der größten heimischen Nachtfalter; zumindest die Weibchen, die eine Flügelspannweite von bis zu 90 mm erreichen können. Bis in die 1970er Jahre war Saturnia pavonia sehr weit verbreitet und häufig. Als Folge von Flurbereinigung und Intensivierung der Landwirtschaft sind viele Populationen verschwunden. Während die Männchen tagaktiv umherziehen und nach Weibchen suchen, sind die Weibchen nachtaktiv und legen in der Dunkelheit ihre Eier. Tagsüber sitzen die Weibchen gut versteckt in der niederen Vegetation und verströmen ein Pheromon, das die Männchen in geringster Konzentration noch wahrnehmen und so auch aus großer Entfernung zu ihnen finden. Die Raupe lebt bis zum vorletzten Stadium gesellig. Man findet deshalb meistens mehr als nur eine einzelne. Nahrungspflanzen der Raupe: Polyphag; vor allem Schlehe (Prunus spinosa), Weide (Salix), Prunus spec., Rubus, Heidekraut, Vaccinium, Salvia, Rosaceae... Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Besonders geschützt nach BArtSchV
Familie: Nachtfalter - Eulenfalter - Erebidae - Erebinae Flügelspannweite: ♂ etwa 41-49 mm / ♀ etwa 41-49 mm Besondere Merkmale: Vorderflügel schwarz bis ebenholzfarben mit tiefschwarzen Linien, der schmale Saum am Hinterrand ist braun, die braunen Hinterflügel besitzen einen großen weißen Wurzelfleck und einen weißen Saum. Wo und wann zu finden: Lichte Wälder mit Eichenbeständen und deren Ränder. Etwa von Mai bis Juli, Hauptflugzeit ist der Juni.
Lebensweise:
Ein Fund von Catephia alchymista ist eine große
Besonderheit, in vielen Gegenden gilt die Art als vom Aussterben bedroht (Rote
Liste 1). Nahrungspflanze der Raupe: Blätter von Eichen Gefährdung und Schutz: Stark gefährdet - RL 2 / Streng geschützt nach BNatSchG bzw. BArtSchV
Familie: Nachtfalter - Federmotten - Pterophoridae Flügelspannweite: ♂ etwa 18-26 mm / ♀ etwa 18-26 mm Besondere Merkmale: Emmelina monodactyla ist ein kleiner Nachtfalter von skurrilem Habitus. Beige bis rotbraun gefärbt mit dunklen Flecken auf den tief gespaltenen Vorderflügeln. Wo und wann zu finden: Etwa von März bis September in den verschiedensten Biotopen, überwiegend im Offenland. Nicht selten sitzen sie an den Wänden beleuchteter Unterführungen. Lebensweise: Die Falter überwintern. Die Raupen fressen an verschiedenen Windenarten, fehlen diese, kommen auch Gänsefuß oder Melde als in Frage. Nahrungspflanzen der Raupe: Winden Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt
Familie: Nachtfalter - Zahnspinner - Notodontidae - Notodontinae Flügelspannweite: ♂ etwa 27-35 mm / ♀ etwa 27-35 mm Besondere Merkmale: Vorder- und Hinterflügel haben eine weißgraue Grundfärbung; Vorderflügel mit dunkelgrauer Mittelbinde, diese schwarz und orangegelb gerandet; Flügelrand mit schwarzen Punkten; Thorax dunkelgrau mit schwarzen und orangegelben Flecken; Hinterflügel ebenfalls mit schwarz gepunktetem Saum sowie einem kleinen schwarzen Fleck nahe des Vorderrandes. Wo und wann zu finden: Im Süden Deutschlands zwei Generationen von etwa April bis August; in Gegenden mit einer Generation ca. Mai bis Juni. Laubwälder, Auwälder, Bach- und Flussauen, Parks, Moore. Lebensweise: Der Buchen-Gabelschwanz ist in laubwaldreichen Regionen Deutschlands stellenweise recht häufig. Der hübsche Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner besiedelt buchenreiche Wälder, Auwälder sowie Fluss- und Bachauen. Auch im Siedlungsbereich ist die Art zu finden. Nahrungspflanzen der Raupe: Rotbuche, Pappel, Weide, Birke Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt
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© 2014-2020 Anja Haselböck, Stuttgart
Fotos Phalera bucephala: Susann Kahlcke / Alle anderen Fotos: Andreas Haselböck
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